Journalismus – Von der Acta Diuma bis zur Online Redaktion

Mrz 3, 2011 von Reporter

Journalismus – Von der Acta Diuma bis zur Online Redaktion

Mit dem Begriff Journalismus bezeichnet man publizistische Arbeit in der Presse, in Rundfunk und Fernsehen und in den letzten Jahren auch in den Online Medien. Der Journalismus bedient sich dabei jeweils der neuesten Techniken. In seiner Geschichte war vor allem die Erfindung des Buchdrucks, der zwar wahrscheinlich schon im 11. Jahrhundert in China bekannt war, in seiner modernen Form jedoch erst Mitte des 15. Jahrhundert von Johannes Gutenberg erfunden wurde, von Bedeutung.

Die Druckerpresse

Die Druckerpresse machte es möglich, große Auflagen von Schriften zu produzieren und sie einem breiten Publikum zur Verfügung zu stellen. Durch die Erfindung der Telegrafie im 19. Jahrhundert konnten Texte schnell über große Entfernungen übermittelt werden und der Hörfunk, der in Deutschland 1923 begann, ein regelmäßiges Programm zu senden, ermöglichte eine noch schnellere Information. Um 1950 kam das Fernsehen hinzu und durch die Verbreitung des Internets in den Neunziger Jahren der Online Journalismus. Der erste uns bekannte Journalismus fand bereits im 1. Jahrhundert v. Chr. im Römischen Reich statt. Schon damals gab es eine tägliche Ausgabe des Acta Diuma und eine wöchentliche Ausgabe des Commentarius Rerum Novarum, die Nachrichten, offizielle Bekanntmachungen und auch Unterhaltung enthielten. Auch in Deutschland gab es bereits vor Erfindung des Buchdrucks sogenannte Zeitungen, die wir aber heute als Flugblätter bezeichnen würden. Der Buchdruck förderte den Journalismus, doch erst im 19. Jahrhundert waren die Nachrichten auch angemessen schnell erhältlich. Johann Carolus, ein Zeitungsverleger aus Straßburg, ließ sich um 1600 aus den großen Städten Nachrichten schicken, kopierte sie und schickte sie an seine Abonnenten, vor allem Kaufleute mit wirtschaftlichen Interessen. Die erste moderne Zeitung, wie wir sie heute kennen, war die La Gazette aus Frankreich, die ab 1631 von Théophraste Renaudot herausgegeben wurde und auf die er ein Patent anmeldete. Er gilt als Erfinder der meisten Schreibstile des Journalismus wie der Nachricht oder des Kommentars.

Meinungsbildung

In den Anfängen waren Zeitungen noch sehr von der Meinung des Herausgebers geprägt, das änderte sich erst 1835 mit der Gründung der New York Herald, die versuchte, möglichst objektiv zu informieren, und damit den Grundstein für den informativen Journalismus legte. Im gleichen Jahr wurde auch eine der ältesten Presseagenturen, die es sich zur Aufgabe machte, Informationen für Journalisten zur Verfügung zu stellen, gegründet. Es handelte sich hierbei um die Havas, die aus der Union einiger Pariser Nachrichtenbüros entstand. In der Havas wurde auch Paul Julius Reuter ausgebildet, der dann später die Agentur Reuters in London gründete.

Telegraphie

Durch die Erfindung von Telegraph und Telefon im 19. Jahrhundert und auch die Platzierung von Werbung, die zur gleichen Zeit üblich wurde, sanken die Kosten, sodass auch ärmere Bevölkerungsschichten in die Lage kamen, sich eine Zeitung leisten zu können. Ein weiterer großer Fortschritt war dann die Erfindung des Hörfunks und des Fernsehens, mit denen es möglich wurde, aktuelle Nachrichten im Moment ihres Geschehens zu verbreiten. Da die Printmedien mit dieser Geschwindigkeit nicht mithalten konnten, verlagerte sich hier die Arbeit auf den interpretativen Journalismus, der es sich zur Aufgabe machte, den Leser nicht nur zu informieren, sondern ihm auch die Zusammenhänge begreiflich zu machen und auf den investigativen Journalismus, der sich auf gezieltes Recherchieren spezialisierte und dadurch zum Beispiel auch die Watergate-Affäre aufdeckte.

Foto: Steffen Lohse-Koch – Fotolia

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