Online-Journalismus
Als die ersten online Ausgaben bekannter Tageszeitungen erschienen, wurde dies noch als Versuch, “modern” zu sein, belächelt, aber mittlerweile haben sich viele Printmagazine mit der Tatsache vertraut machen müssen, dass ihre klassischen Produkte deutlich weniger gefragt sind als die Online Produkte. Man könnte sogar so weit gehen zu sagen, dass dem Online-Journalismus die Zukunft gehört, und vielleicht nur ihm!
Veränderter Konsum
Denn wenn man sich die Lese- bzw. Medienkonsumgewohnheiten vieler Jugendlicher ansieht, weiß man sicher, dass sie das Internet als ihre (einzige) Welt betrachten und von dort all ihre Informationen beziehen, Kontakte knüpfen, Ware bestellen etc. Dies ist eine Tatsache, die sich eben auch auf den Journalismus in seiner klassischen Form auswirkt, und man tut gut daran, als journalistisch Tätiger diesen Medien seine ganze Aufmerksamkeit zu schenken. Wodurch unterscheidet sich der Online-Journalismus von der traditionellen Variante? Zum einen durch die universelle Verfügbarkeit des Geschriebenen, denn während die Printmedien auf ein bestimmtes Format fest gelegt sind, sozusagen in Papierform mitgenommen werden müssen, sind Produkte des Online-Journalismus allzeit lesbar, wenn man will, sogar auf einem Handy abrufbar. Dies hat wiederum aber auch Auswirkungen auf die Rezeption, darauf, wie die Produkte konsumiert werden. Während man früher, um ein Beispiel zu geben, eine Zeitung mit Muße am Frühstückstisch durch las, werden heute schnell Inhalte abgerufen, auf ihre Wichtigkeit gescannt. Wer anstrebt, in diesem Bereich, also dem Online-Journalismus, tätig zu werden, muss sich bewusst machen, dass er für eine andere Leserschaft arbeitet, die Informationen und Unterhaltung auf eine ganz andere Art verarbeitet, als es früher der Fall war.
Kennzeichen
Was ist kennzeichnend für den Online-Journalismus? Zum einen ganz sicher die größere Schnelllebigkeit, dass sich Informationen sozusagen jagen, alles immer schneller auch veraltet. Dann ist Online-Journalismus auch vom Format her deutlich anders. Artikel werden nicht den Umfang haben wie die in Printmedien, sie müssen sozusagen schneller verdaut werden können. Dies wirkt sich sowohl auf die Quantität der Texte als auch auf die Qualität aus, denn wenn man von einer kürzeren Aufmerksamkeitsspanne ausgeht, muss man dem Leser leichtere Koste vorsetzen. Diese wird einem Journalisten, der sich dem Online-Journalismus nähert, vielleicht am bittersten erscheinen, dass er sozusagen für ein geistiges Fließband produziert, dass wenig von dem bleibt, was er schreibt.
Zu viele Informationen
Dazu sind einfach zu viele Informationen verfügbar, um dem einzelnen Artikeln noch einen großen Wert zu geben. Online-Journalismus gehorcht also anderen Regeln als der traditionelle Journalismus, und wenn man sich mit diesem Fachgebiet auseinander setzt, wird man zunächst diese Regeln kennen lernen. Was ist wann ein “guter” Artikel, wie kann ich das, was ich zu sagen habe, gut an den Leser bringen? Man kann es bedauern, dass immer mehr Menschen immer mehr über alles hinweg hetzen, aber rückgängig machen kann man es nicht. Das Internet ist eben eine so gigantische Quelle von Informationen, bietet weltweit alles, zu jeder Zeit, dass man sich bewusst machen muss, wenn man im Online-Journalismus arbeitet, dass man nur Teil einer Art Maschinerie ist. Aber dies ist nicht zu ändern, und natürlich werden im Internet aber auch Informationen mehr Menschen zugänglich gemacht.
Foto: Supar Perfundo – Fotolia




